Ja zum Leben
Warum unser Nein zum Stammzellenforschungsgesetz?
  
   
Dr. iur. Marlies Näf-Hofmann, Präsidentin der Arbeitsgruppe, Kantonsrätin TG, Arbon

Die Arbeitsgruppe Stammzellenforschung der schweiz. Vereinigung Ja zum Leben hat das Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz ergriffen. Wir haben mit Unterstützung von EVP und EDU 30'000 Unterschriften eingereicht.
Einen Schwerpunkt unserer Argumentation in der Abstimmungskampagne sehen wir in den unseligen Konsequenzen der Ablehnung der Volksinitiative "Für eine menschenwürdige Fortpflanzung" (FMF) im März 2000.

Das Hauptziel der Initianten (ich war Vizepräsidentin des Komitees) bestand darin, mittels eines Verbots der künstlichen Befruchtungsmethode In-vitro-Fertilisation (IVF) die Entstehung von überzähligen Embryonen zu verhindern, um Missbräuche an diesen menschlichen Lebewesen auszuschliessen. Die Initianten verwiesen darauf, dass bei der IVF unvermeidbar überzählige Embryonen anfallen, die nicht eingepflanzt werden, beispielsweise weil eine optische Qualitätskontrolle ergibt, dass sie nicht der Norm entsprechen, also eine Behinderung aufweisen können. Das Initiativkomitee hat auch den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass in schweizerischen Fortpflanzungskliniken bereits damals tiefgefrorene überzählige Embryonen lagerten.

Das Volk musste daher aufgrund von unwahren Versprechen von Fortpflanzungsmedizinern, es gebe seit 1992 in der Schweiz keine überzähligen Embryonen mehr, seine Stimme abgeben. Auch der Bundesrat liess diese Behauptung im Raume stehen.
Es ist Bundesrat Couchepin zwar zuzustimmen, wenn er in der NZZ vom 7.10.2004 ausführt, im Bereiche der biomedizinischen Forschung sei der Rubikon mit der gesetzlichen Zulassung der IVF bereits überschritten worden. Bundesrat Couchepin ist aber mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, wenn er nach dem Überqueren des Rubikon den aufgrund falscher Versprechen eingeschlagenen Weg fortsetzen und zementieren will, indem er ein Gesetz zur Annahme empfiehlt, das erlaubt, überzählige Embryonen einer Forschung zuzuführen, bei der diese menschlichen Lebewesen für fremden Nutzen zerstört werden.

Daher Nein zum Stammzellenforschungsgesetz.


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Pressekonferenz, 9.11.2004

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